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Montagen für das Brandungsangeln müssen einfach sein, dann sind sie auch fängig.
Komplizierte Montagen mögen ja schön aussehen – und meist auch teuer sein – aber für gute Fänge braucht man sie nicht unbedingt.

Mit Ausnahme der Posen-Rigs sollte die Montage den Köder schnell und direkt zum Grund befördern, dorthin also, wo die meisten Fische ihre Nahrung suchen.
Eine solche Montage sollte schlank sein, damit man sie gut auswerfen kann und stark genug, um den hohen Belastungen mit großen Gewichten und der rauen Beschaffenheit mancher Angelreviere standzuhalten. Beim Auswerfen wird die Schnur mit der Montage ungeheuren Belastungen ausgesetzt; daher muss sie ebenso stark

sein, wie das Schock-Vorfach (Schlagschnur).

 

Dafür gibt es eine sehr gute Faustregel:
Für jeweils 28g Blei (1 Unze) muss die Schnur 4,5 kg Tragkraft haben.

Beispiel:
Wenn Ihr mit einem 180 g-Blei werfen wollt, sollten Schlagschnur und Montageschnur eine Tragkraft von mindestens 180/28 x 4,5 = 29 kg aufweisen.

Bei unsauberem Grund und starker Wasserbewegung sollte die Montageschnur sogar noch um einiges stärker gewählt werden, damit sie nicht so schnell durchscheuert.
Die Wurfbleie werden mit einem Karabinerwirbel oder einem Clip befestigt. Wird die Schnur direkt an die Bleiöse gebunden, kann sie leicht beschädigt werden, wenn das Blei durch Sand, Steine und Muscheln an Land gezogen wird.

Brandungs-Weitwurf-VorfachEin einfaches Paternoster:
Das Grundprinzip dieser Montag findet man auch in vielen anderen Rigs. Diese Montage kann mit einem, zwei oder drei Haken bestückt werden, wobei sich gerade über hängerträchtigem Grund der Einzelhaken bewährt hat. Die Paternoster-Montage wird besonders gerne beim Brandungsangeln eingesetzt, weil sie sich aufgrund ihrer schlanken Form sehr gut auswerfen lässt.

Diese günstige Eigenschaft lässt sich durch Hinzufügen von Köder-Clips noch verbessern. Man clipt die Mundschnüre (Vorfächer) mit den Haken in sogenannten Impact-Shields (Köder-Clips) fest (siehe Abb. rechts).

befestigung-der-mundschnurDie Seitenarme werden auf dem Vorfach mit Hilfe von kleinen Karabinerwirbeln befestigt, die durch Mikroperlen und Stopperknoten oder Klemmhülsen fixiert werden.
Bei der Verwendung von mehreren Haken, darf der jeweils darüber liegende nicht bis an die darunter liegenden Perlen heranreichen, da es sonst leicht Verwicklungen gibt.
Mit den Köder-Clips werden die Haken mit den Ködern, nun dicht an der Hauptschnur befestigt, so dass sie im Wurf eng anliegen und keinen Luftwiderstand bieten (Abb. vorige Seite).

Die Abmessungen der Montage einschließlich der Seitearme kann man leicht den jeweiligen Bedingungen
anpassen. Wer auf Dorsch fischt, wird Mundschnurlängen von 30-50 cm verwenden, wer auf Plattfisch angelt nimmt gerne längere Mundschnüre, damit die Fische den Köder prüfen können, ohne Widerstand zu verspüren.
Auch wenn man von einer Hafenmauer oder von Felsen aus fischt, sollte man die Mundschnüre länger nehmen, damit der Köder aufgrund des steileren Winkels auch den Grund erreicht.

laufbleimontage-brandung running-legerDie Laufbleimontage (Running Ledger)
Diese Traditionsreiche Montage ist bei Anglern sehr beliebt, die mit dem Einzelhaken fischen.
Die Vorstellung, dass ein beißender Fisch die Schnur frei abziehen kann, ohne das Gewicht des Bleis zu spüren, ist für viele Angler verlockend. Einen wirklichen Vorteil hat man davon beim Meeresangeln jedoch nicht. Ein fest an der Schnur angebrachtes Blei ist sogar fängiger, weil damit der Haken besser ins Fischmaul eindringt.

pennel-rigDas Pennel-Rig am Einzelhaken-Paternoster
Dieses Rig ist nach seinem Erfinder benannt. Es ist besonders bei Wolfsbarsch-, Conger- und Dorschanglern beliebt und weist statt eines einzelnen zwei Haken auf.
Dadurch kann ein Fisch bei Verwendung großer Köder wie z. B. Tintenfische, Wattwurmzöpfe, ganze Heringe oder Makrelen, besser gehakt werden.
An einem einfachen Paternoster kann die Länge des Seitenarms gut 60 cm betragen. Clipt man den Köder am Ende eines Paternoster-Rigs fest, erhöht sich die Wurfweite. Bei großen Ködern sollte man das auf jeden Fall tun.

Eine besondere Variante des Pennel-Rigs wird in England gefischt und eignet sich hervorragend für das Fischen auf Dorsche mit lebenden Köderfischen (in Deutschland verboten!).
Dabei fädelt man die Mundschnur durch zwei Perlen, dann durch das Öhr eines großen Hakens, wieder durch zwei Perlen und bindet an das Ende einen kleinen Haken. Nun wird der kleine Haken mit einem Wattwurm beködert. Früher oder später geht eine Aalmutter, ein Franzosen- oder ein Kleindorsch an den kleinen Haken – Köder für einen großen Dorsch oder Wolfsbarsch – der dann am dem großen Haken hängen bleibt.

Hier noch ein weiteres Weitwurf-Brandungssystem:
weitwurf-brandungssystem800

 

Tipp von “Aal-Addi”

Die Haltehaken für die Angelhaken lassen sich aus einem Stück Draht-Kleiderbügel und einem passenden Gummischlauch leicht selber herstellen (siehe Foto unten).
haltehaken800

 

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