junganglerGerade war Dein Geburtstag und Du hast, wie Du es Dir gewünscht hattest, Deine erste richtige Angelausrüstung
bekommen. Nun heißt es, „Fische zieht Euch warm an, ich komme.

Doch bevor die ersten Wasserbewohner auf ihre Schuppen gelegt werden können, muss man den passenden Angelplatz finden und lernen, wie die Ausrüstung eingesetzt wird.

Nichts ist so entmutigend, wie ein erster Angeltag ohne Fische. Deshalb ist es wichtig, sich vorher Gedanken über den Angelplatz zu machen.

Frage im Angelgeschäft oder beim ansässigen Angelverein nach einem stehenden oder ruhig und langsam fließenden Gewässer mit vielen kleinen Fischen. Dort kann man schnell und am besten die Grundregeln erlernen.

Vermeide zu Anfang schnell fließende Flüsse und Kanäle, weil das Angeln dort schwieriger ist. Im nächst gelegenen Angelverein oder bei Deinem Gerätehändler kann man Dir auch sagen, welche Genehmigungen Du brauchst.
Also, ob es für das Gewässer Gastkarten gibt, oder ob Du einem Verein beitreten musst um dort angeln zu dürfen.

Die Sportfischerprüfung musst Du vorher auf jeden Fall ablegen, damit Du den Fischereischein bekommst. Er ist die Grundvoraussetzung, ohne die Du gar nicht angeln darfst.

Wenn das Angeln dann bei Dir zu einer echten Leidenschaft wird

und Du nicht nur hin und wieder einmal mit der Rute losgehen willst, ist der Beitritt zu einem Angelverein auf jeden Fall sinnvoll.

 

Nicht nur, dass Du dann bedenkenlos an allen Vereins oder Verbandgewässern fischen darfst, sondern auch, weil die meisten Vereine eine Jugendgruppe haben, in der man gemeinsam mit anderen das Angeln richtig lernt.

Wenn Du dann alle Genehmigungen und den richtigen Angelplatz gefunden hast halte nach überhängenden Bäumen, Wasserpflanzen, Schilf oder Seerosen Ausschau. An solchen Stellen finden die Fische Nahrung und Schutz und halten sich deshalb gerne dort auf.

Nähre Dich Deinem Angelplatz leise, ohne viel am Ufer herumzutrampeln. Fische reagieren sehr empfindlich auf Vibrationen und Geräusche. Sie können auch Deinen Umriss sehr gut gegen den hellen Himmel erkennen. Lege Deine Ausrüstung leise ab und beginne in aller Ruhe mit dem Aufbau Deines Geräts.

Die Montage der Ausrüstung
Bevor Du Deine Ausrüstung montierst, musst Du den Unterfangkescher einsatzbereit machen. Viele gute Fische gehen Anfängern verloren, weil sie den Kescher zusammengeklappt gelassen haben.

rutenhalter-ruteRutenhalter:    
Die Rutenhalter werden am Ufer in den Boden gesteckt, damit man die Rute darauf ablegen kann.

Rute und Rolle:    
Die Rute wird so zusammengesteckt, dass die Ringe sich in einer Flucht – also in einer Linie – befinden. Nun wird die Rolle mit der Spule nach vorne am oberen Ende des Rutengriffs montiert.
Matchruten haben meist einen verschiebbaren Rollenhalter. Halte die Rute so, dass Deine Finger um den Rollenfuß greifen, und der Griff unter dem Unterarm liegt.
Dabei solltest Du darauf achten, dass das Rutenende nur ein klein wenig über Deinen Ellenbogen hinausragt.

Schnur:    
Löse nun die Rollenbremse, bis sich die Schnur bei geschlossenem Rollenbügel frei abziehen lässt.
Achte immer darauf, dass die Schnur unter dem Bügel durchläuft. Ziehe die Schnur dann durch die Rutenringe und vergiss keinen Ring. Dann ziehe so viel Schnur von der Rolle, dass Du den Rest bequem montieren kannst.

Pose:    
Fädel nun einen kleinen Karabinerwirbel auf die Schnur und hänge in diesen die Öse am unteren Ende der Pose ein. Denke daran, das der Waggler mit dem dicken Körper am unteren Ende für fließendes Wasser und der stabförmige Waggler für stehende Gewässer ist. Beide Posen werden (bei mittlerer Größe) mit 4 Bleien der Größe AAA (englische Sortierung) austariert:

Bleischrot:    
Mit dem größten Teil der Bleischrote (ca. 2/3) klemmt man den Waggler auf der Schnur fest, um gut werfen zu können. Dabei klemmt man ein AAA-Schrot über dem Waggler auf die Schnur und zwei AAA-Schrote direkt unter dem Waggler. Das restliche Gewicht verteilt man möglichst gleichmäßig auf dem Vorfach, wobei die Bleischrote zum Haken hin immer kleiner und leichter werden, damit die Fische möglichst wenig Gewicht verspüren.

schlaufe-vorfachtip-engl-bleischroteMit einer Schlaufe wird nun das Vorfach befestigt (Abbildung rechts)


Die Bebleiung unserer Angel könnte dann unterhalb des Wagglers z. B. so aussehen:

1 x BB
1 x Nr. 1
1 x Nr. 4
1 x Nr. 6
1 x Nr 8
(siehe Abbildung links)


Das Einstellen der Bremse
Ziehe nu die Bremse fest. Biege die Rute nun zu einem Bogen, während Du mit der freien Hand das Lotblei fest hälst und löse anschließend nach und nach die
Bremse, bis sie langsam Schnur freigibt. Auf diese Weise ist sichergestellt, das ein Fisch Schnur nehmen kann, bevor sie bricht.

Das Ausloten der Tiefe
Lote zuerst die Tiefe des Angelplatzes aus (siehe Abbildung unten), so dass Du entscheiden kannst, ob Du mit Deinem Köder auf oder über Grund angeln willst.
Mit dem Lotblei am Haken befindet sich das Hauptgewicht am Ende der Schnur, so dass der Pendelwurf am besten Funktioniert. Ziele auf einen Punkt ca. 5- 10 m
vom Ufer entfernt und lote die Tiefe aus. Danach kannst du entscheiden in welcher Tiefe Du angeln willst.

Die Endmontage
Nehmen wir an, du hast eine Tiefe von ca. 2,5 m in etwa 6 m Entfernung vom Ufer mit dem Ausloten ermittelt. Nun nimmst Du das Lotblei ab. Den Waggler hast Du bereits vorher perfekt austariert.

 

tip-ausloten

Der erste Wurf
Mache nun einen Probewurf und überprüfe, ob Tarierung und eingestellte Tiefe stimmen. Da das Gewicht der Montage nun ohne das Lotblei wesentlich geringer ist, kannst Du für den Probewurf sowie alle weiteren Würfe die „Überkopf-Wurftechnik“ verwenden, sofern Dich kein Baum oder Strauch darin hindert.
Damit Du den Wurf besser kontrollieren kannst, solltest Du die Montage vor dem Wurf so kurz wie möglich halten.

Bitte mache nun nicht den Fehler, mit der Rute soweit auszuholen, bis sie hinter Dir fast den Boden berührt.
Wenn Du aus einer Ruten-Position wirfst, die der Stellung ein bis zwei Uhr auf einer Uhr entspricht, reicht das völlig aus.
Damit erreichst Du die nötige Weite und kannst den Wurf wesentlich besser kontrollieren.

Peile mit Deinem Wurf einen Punkt an, der 1-2 m weiter draußen liegt, als Dein eigentlicher Angelplatz und werfe nun mit einer ruhigen, gleichmäßigen Bewegung.
Du brauchst die Rute nicht nach vorne zu „peitschen“, dann geht der Wurf meist in die Hose.

Nachdem die Montage sanft im Wasser gelandet ist, ziehst Du sie mit ein paar langsamen Umdrehungen der Kurbel an fishing kidihren eigentlichen Angelplatz.

Nachdem nun alles so ist, wie Du es haben möchtest, kannst Du noch eine kleine Handvoll Maden so ins Wasser werfen, dass sie rund um Deine Pose verteilt zum Grund sinken.

Werde nun bitte nicht nervös, wenn sich in der ersten viertel Stunde nichts an Deiner Angel tut. Durch das Aufbauen des Geräts und dem Hin und Her am Ufer, sind die Fische erst einmal auf Distanz gegangen und kommen nur langsam zurück.

Ich denke aber, dass Du innerhalb einer halben Stunde den ersten Biss bekommen solltest. Gelingt dies nicht, so senke die Angeltiefe bis auf den Grund ab und füttere noch ein paar Maden nach. Wenn auch hier nach ca. 30 Minuten kein Biss erfolgt ist, musst Du die Fische suchen. Denn je nach Wetterlage und Wassertemperatur halten
sie sich in unterschiedlichen Tiefen auf. Das kann sogar so weit gehen, dass Fische, die man eigentlich am Grund vermutet, plötzlich an der Wasseroberfläche beißen.

Vergiss bitte eines nie!    
Am Fischwasser ist kein Tag wie der andere und kein Fisch beißt immer so, wie es in den Lehrbüchern steht.
Ein guter Angler wird man erst durch viele Jahre Erfahrung und die Fähigkeit ein Gewässer „lesen“ zu können.

Aber mache Dir keine Sorgen, das Wissen und die Erfahrung kommen mit der Zeit von ganz allein.

Wichtig ist nur dass Du nie vergisst, dass auch Fische lebende Wesen sind, die Deinen Respekt und auch Deine Fürsorge und Deinen Schutz verdienen.
Wenn Dir das immer bewusst ist, wird aus Dir ein FISCH- und ANGLERKÖNIG!!!

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