ACHTUNG! In den geschlossenen Gewässern des ASV Hamburg ist das Anfüttern verboten. Ebenso in vielen anderen Gewäsern – bitte VORHER erkundigen!

Grundfutter in seiner einfachsten Form ist nichts anderes, als getrocknetes und gemahlenes Brot. Jeder kennt es als Semmelbrösel oder Weizenpaniermehl. Dieses Lockfutter hat in Europa eine lange Tradition und lässt sich mit vielerlei anderen Zusätzen „veredeln“. Außer dem Paniermehl an sich, kann es gemischt sein mit: Erdnussbutter als Bindemittel, Duftstoffen wie z. B. Vanille, und allen möglichen Nuancen von Lebensmittelfarben. Selbst Abführmittel wird hin und wieder verwendet, um die Fische hungriger zu machen – was ich aber für eine sehr fragwürdige und nicht waidgerechte Methode halte.

Bei Fertigprodukten aus dem Angelgerätehandel

wird auf der Verpackung meist angegeben, für welche Fischarten und welches Gewässer das Futter geeignet ist.

Die Mischregeln
Ob man einfaches Weizenpaniermehl verwendet, oder fertige Lockfutter mit so klingenden Namen wie „Weißfisch-Magnet“ oder „Turbo-Lock“ – die Grundregeln, wie es gemischt und dann gebraucht wird, sind immer die gleichen.
Wer diese Regeln nicht beherrscht, wird auch mit Spezialzusätzen nicht mehr Fische fangen als sonst auch.

Wichtig ist die richtige Wahl des Mischbehälters.
Viele Angler verwenden dafür einen Eimer. Das ist falsch, denn je tiefer und enger das Gefäß ist, desto schwieriger ist das Grundfutter zu mischen. Oben wird es meistens zu feucht, während es am Boden noch knochentrocken ist.
Auch beigemischte Maden sammeln sich am Boden des Eimers.
Der ideale Mischbehälter ist breit und flach und erlaubt so ein gutes Durchmischen der Masse.

Außerdem sollte man nie das ganze Grundfutter auf einmal anmischen, denn es kann innerhalb eines
Angeltages austrocknen. Am besten ist es, nur kleine Mengen zu mischen und es, wenn es aufgebraucht ist,
wieder frisch anzusetzen.
Auch sollte man nie zu viele Maden mit einmischen, denn sie neigen dazu, sich am Boden des Köderbehälters zu sammeln.

lockfutter1

  lockfutter2

Gib etwas Lockfutter in eine flache Schale, am besten eine mit runden Ecken. Dann füge nach und nach etwas Wasser hinzu. Die Masse wird kräftig durchgemischt – so lange, bis das ganze Wasser vom Futter gleichmäßig absorbiert ist.

 

Mit der richtigen Wassermenge fühlt sich das Lockfutter leicht und flockig an, und man kann aus ihm leicht Bälle formen, die sich dann mit den Fingern aber wieder gut in Krümel aufbrechen lassen. Klumpen darf es nicht geben.

 

 

 

lockfutter3   lockfutter4
Am besten formt man apfelsinengroße Bälle für das Anfüttern auf mittlere Distanzen und mandarinengroße für geringe Distanzen.
Je kräftiger man die Bälle zusammendrückt, desto weiter kann man sie werfen und desto tiefer sinken sie, bevor sie aufbrechen.
  Ist das Lockfutter richtig gemischt, kann man Caster (verpuppte Maden), Maden, Mais oder anderes dazugeben – nicht zuviel, sonst brechen die Bälle im Flug auseinander.
Auf dem Bild oben, sind Caster für Brassen und Schleien dem Lockfutter beigemischt.

Verschiedene Mixturen
Das wichtigste am Grundfutter sind nicht Farbe, Geschmack oder andere Beigaben – es ist die Konsistenz.
Mit demselben Grundfutter kann man die unterschiedlichsten Angelmöglichkeiten schaffen, indem man es einfach am Gewässer in verschiedenen Konsistenzen anmischt.

Ein Beispiel:
Mit einer sehr trockenen Mischung, die nur unter leichtem Druck zu Bällen geformt wird und die gleich nach dem Auftreffen auf das Wasser zerplatzt, kann man Fische im Mittelwasser von stehenden Gewässern im Sommer gut fangen.
Futterbälle dieser Konsistenz bilden im Wasser eine Futterwolke. Dieselbe – sehr trockene – Mischung ist auch ideal für den Swimfeeder (Futterkorb), der an beiden Enden offen ist. Dieses Trockenfutter schießt explosionsartig aus
dem Feederkorb, wenn es einige Minuten im stehenden Gewässer gelegen hat; denn mit dem absorbieren von zusätzlichem Wasser dehnt es sich aus.

Lockfutter sollte immer nur feucht, aber nie richtig nass sein, damit es noch zusätzliche Maden und Caster (verpuppte Maden) binden kann. So hält es beim Werfen zusammen, bricht aber im Wasser auseinander und sinkt als Wolke auf den Grund – der ideale Köder für Brassen.

 

Grundfutter richtig werfen
lockfutter5Meist kann man die Angelstelle leicht mit einem Wurf erreichen. Man sollte sich nicht besonders anstrengen, das Grundfutter auch auf große Distanzen mit der Hand zu werfen. Hierfür ist der Gebrauch eines Futter-Katapultes ideal.

Die Grundfutterkugeln für ein Katapult sollten nie die Größe einer Mandarine übersteigen und vor dem Abschießen äußerlich leicht mit Wasser befeuchtet werden, so dass sie nach einer kurzen Antrocknungszeit eine feste Haut bekommen und nicht am Katapult festkleben.

Zum Seitenanfang