2haende-voll-wuermer-800Der Frühling steht vor der Tür und so langsam wird es wieder Zeit, sich als Angler mit einem Vorrat an Würmern zu versorgen. Wer einen Garten hat, sollte sich eine eigene Wurmzucht zulegen. Lohn der geringen Mühe: Ein nie versiegender Vorrat an Würmern.

Rotwürmer gehören zu den fängigsten Ködern auf Brassen – ob einzeln oder als Cocktail mit Maden angeboten.
Mistwürmer eigenen sich in der Regel als Hakenköder nicht so gut; zerhackt sind sie jedoch eine sehr wertvolle Bereicherung des Lockfutters.

Rotwürmer sind leicht zu beschaffen: Man kauft sie in einem Angelgeschäft. Mistwürmer dagegen bekommt man

dort nur selten, obwohl einige Spezialisten auf sie schwören (für Schleien). Mist enthält Rot- und Mistwürmer, doch leider gibt es immer weniger Misthaufen.

 

Selbst wenn man auf einen Misthaufen mit Würmern stößt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass er immer Würmer beherbergt. Bei heißem Wetter trocknen Misthaufen schnell aus. Die Lösung des Problems: Man beginnt mit seiner eigenen Wurmzucht!!

Am besten legt man sie kurz nach Saisonende an, damit sich der Anfangsbestand über mehrere Monate hinweg ungestört vermehren kann.

dendrobena-tip-400In einer ebenen, schattigen Ecke des Gartens baut man aus vier Wellblechplatten einen Kompostkasten; Kanthölzer bilden die vier Eckverbindungen. Die Seitenlänge des Kastens sollte 1,0 bis 1,5 m betragen. Wellblech gibt es im Baumarkt. Wer nicht an Wellblech herankommt, kann auch Holzbohlen verwenden, die allerdings mehrfach mit Holzschutzmittel gestrichen werden müssen, damit sie nicht so schnell verrotten. Achten muss man dabei aber darauf, dass es ein möglichst ungiftiges Holzschutzmittel ist, da die Würmer sonst sofort eingehen.

Ansiedeln der Würmer
Den Boden des Kastens füllt man mit einer Mischung aus Erde und Laubmulch bis zu einer Höhe von 20 bis 30 cm auf. Darüber kommt eine etwa 5 cm dicke Schicht Schweine-, Kuh- oder Pferdemist. Nun siedelt man die erste Generation der Rot- und Mistwürmer hier an (100 bis 200 Stück sollten genügen).

Tauwürmer gehören übrigens nicht in die Wurmzucht!
Sie sind anfällig für Krankheiten und können den Bestand zerstören. Nun gibt man jeden Tag Küchenabfälle in den
Zuchtkasten: Kartoffelschalen, Kaffeesatz, Apfelgehäuse und andere biologische Küchereste.

Essensreste, Wurst- und Fleischreste gehören übrigens NICHT auf den Kompost, damit würde man nur die Ratten
anlocken. Auch die Schalen von Zitrusfrüchten gehören hier nicht hin, da diese schimmeln und so die komplette Wurmzucht vernichten könnten.

Auf drei Dinge muss man achten, damit die Würmer wachsen und gedeihen.

Erstens muss der Säuregrad (ph-Wert) der Kompostmischung neutral gehalten werden. Viele Wurmzuchten gehen zugrunde, nur weil der Kompost in dem sie leben, zu sauer ist. Dies kann man vermeiden, indem man mit den Küchenabfällen jedes Mal eine kleine Handvoll Kalk dazu gibt (gibt es im Garten-Center).

wurmzuchtanlageZweitens muss man darauf achten, dass die Wurmzucht nicht austrocknet. Auch wenn sie an einem schattigen Plätzchen untergebracht ist, kann es nicht schaden, wenn man sie mit feuchtem Sacktuch oder etwas Ähnlichem bedeckt. Im Sommer muss man die Zucht zusätzlich regelmäßig mit Wasser besprengen.

Drittens sollte man niemals mehr Würmer entnehmen, als man benötigt, denn sonst treiben Sie Raubbau und Ihre Wurmzucht ist schnell erschöpft. Außerdem sollte man die übrig gebliebenen Würmer nach Ihrem Angelausflug wieder in den Wurmkompost zurücksetzen.

Wenn man alles richtig macht, vermehren sich die Würmer rasend schnell und man wird nicht nur riesige Mengen Würmchen finden, sondern auch einen vorzüglichen Kompost erhalten.

Die ersten Würmer besorgt man sich am besten von einem alten Bauernhof, der einen genauso alten Misthaufen hat. Hier gräbt man seitlich am Haufen mit einer Mistgabel und man bekommt in kurzer Zeit sein „Startkapital“ zusammen.
Wer keinen Bauernhof in der Nähe hat, kann sich seinen Anfangsbestand auch im Angelgeschäft kaufen.

eimer-wurmzuchtKleine Wurmkunde
Es gibt ca. 3000 Wurmarten auf der Erde, wovon 39 in Deutschland vorkommen. Die verschiedenen Wurmarten lassen sich nicht kreuzen. Würmer haben keine Zähne. Würmer sind keine Schädlinge, sie nehmen nur angerottetes organisches Material auf und verwandeln dieses in Wurm-Humus. Der Wurm hat ein Vorderteil
und ein Hinterteil. Aus einem geteilten Wurm werden keine zwei Würmer, geteilt wird er vermutlich nicht überleben. Würmer sind Zwitter, Selbstbefruchtung ist jedoch nicht möglich. Junge Würmer schlüpfen aus Wurm-Kokons (Eier), je nach Art 1 bis 10 Stück. Würmer schlafen nicht, sie sind 24 Stunden am Tag aktiv. Je nach Jahreszeit und Witterung legen einige Arten ggf. eine Ruhepause (Kälte-/Wärmestarre) ein.

Ein Regenwurm hat 5 Herzen und 6 Nieren, besitzt ein perfektes Nervensystem, hat keine Lungen und atmet durch die Haut. Er ist gegen Licht allergisch, ernährt sich von jeder beliebigen, in Zersetzung befindlichen organischen Substanz, gleichgültig ob sauer oder alkalisch, und sein Verdauungsapparat ist das perfekteste chemische Labor, das man sich vorstellen kann. Alles was durch ihn hindurchgeht, reichert er an. Aus eben diesem Grund gelten seine Auswurfstoffe als hochwertiger organischer Dünger.

Mehr über Würmer und Wurmkokons kann man auf Superwurm.de erfahren.

 

Würmer über Wochen und Monate frisch und quicklebendig erhalten!

Selbst wer keine Möglichkeit hat sich seine eigene „professionelle“ Wurmzucht anzulegen, kann sich einen Vorrat an frischen Würmern für eine ganze Angelsaison zulegen.

 

Leinenbeutel-mit-wuermernUm Würmer (auch Tauwürmer) frisch und am Leben zu erhalten ist nicht viel nötig.
Etwas unbedrucktes Toiletten- oder Küchenpapier,
ein Leinenbeutel oder ein altes weißes T-Shirt und
eine saubere Sprühflasche für Wasser (es dürfen keine Rückstände von evtl. Reinigungsmitteln darin sein).

 

So wird´s gemacht!
Das Toiletten-/Küchenpapier wird in kaltem Wasser eingeweicht und dann ausgedrückt. Nun wird der Papierklumpen in kleine Stücke zerpflückt, die man locker in den Leinenbeutel füllt (ein altes, weißes T-Shirt aus reiner Baumwolle, dessen Öffnungen man zugeknotet/-genäht hat, geht dafür auch ganz hervorragend).

Nun tut man je nach Beutelgröße 50-80 Würmer dazu und hängt den Beutel an einem kühlen, dunklen Ort (z. B. im Keller) mittels eines Nagels an die Wand.
Wichtig ist, dass der Beutel von mindestens 3 Seiten Luft bekommt.

Alles was man nun noch zu tun hat, ist den Leinenbeutel täglich mit der Sprühflasche und klarem, kaltem Wasser feucht zu halten.

Auf diese Weise kann man seine gesammelten oder auch gekauften Würmer über Wochen und Monate fit und gesund erhalten. Das aufgeweichte Papier im Beutel dient den Würmern als Nahrung und der feuchte Leinenbeutel sorgt für eine gelichbleibende, kühle Temperatur.
In dieser Umgebung vermehren sich die Würmer sogar, so dass man auch hier seine eigene kleine Wurmzucht hat.

WICHTIG!
Man sollte mindestens alle zwei Tage – besser täglich – den Wurmvorrat auf Krankheiten und/oder tote Tiere kontrollieren. Kranke und tote Würmer müssen schnellstens entfernt werden, da sie sonst den gesamten Bestand vergiften.

 

 

 

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