schleienkopf-mit-bohnen800Immer wieder werden beachtliche Fänge von Karpfen und Schleien mit Ködern gemacht, die gewöhnlich als nicht sehr erfolgreich angesehen werden. Doch Bohnen und Erbsen sind erheblich besser als ihr allgemeiner Ruf. Hier erfahrt Ihr wie man diese Köder richtig einsetzt.

Hülsenfrüchte (alle Bohnen- und Erbsenarten) sind hervorragende Köder auf Karpfen und können auch für andere Fischarten wie etwa Schleien, erfolgreich eingesetzt werden. Auch wenn sie nur in recht kleinen Mengen in ein Gewässer eingebracht werden, führen sie dennoch häufig sofort zum Erfolg.

Einen Teil ihrer Fängigkeit verdanken diese Köder wohl ihrer Ähnlichkeit mit der natürlichen Nahrung

des Karpfens. Als „Gratis-Happen“ eingeworfene Erbsen und Bohnen liegen wie die Süßwasserschnecken in kleinen Gruppen und Häufchen am Grund und haben eine vergleichbare Größe. Vermutlich kann ein Karpfen sie nicht von tatsächlichen Schnecken unterscheiden.

 

Die Zubereitung dieses Köders ist jedoch sehr wichtig.
Unter keinen Umständen darf man Hülsenfrüchte als Hakenköder oder Anfutter verwenden, wenn sie noch in getrocknetem Zustand sind. Noch nicht eingeweichte und ungekochte Bohnen und Erbsen ziehen Wasser und quellen im Magen des Fisches auf. Im günstigsten Fall ist das für den Fisch nur unangenehm, es kann aber auch tödlich enden.

Alle Hülsenfrüchte müssen zunächst in kaltem Wasser 3-4 Stunden quellen, bevor man sie kocht. Man kocht sie 3-4 Minuten lang bei großer Hitze und lässt sie dann ca. 10 Minuten bei geringer Hitze weiter köcheln.

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Manche Bohnensorten sind selbst für größere Tiere und auch den Menschen ungenießbar, wenn man sie nicht richtig zubereitet. So muss man z. B. Kidney-Bohnen über Nacht quellen lassen und sie dann gut durchkochen, damit sie bekömmlich werden. Dennoch sollte man zu starken und zu langes Kochen vermeiden, da hierdurch Nährstoffe herausgelöst und die Bohnen für den Fisch weniger attraktiv werden. Auch sind die Hülsenfrüchte sonst als Hakenköder zu weich.

Wie bei jedem neuen Köder kann das Anfüttern von Hülsenfrüchten die Fängigkeit erhöhen. Sehr langes Anfüttern wie man es bei neuen Gewässern mit Boilies macht, ist jedoch nicht nötig. Trotzdem benötigt man unter Umständen mehr Köder, wenn das Gewässer mit anderen Fischarten (z. B. großen Brassen, Döbeln und Alande) gut besetzt ist.

Für die meisten Gewässer gilt, dass ein leichtes Anfüttern genügt, um den Fisch an jede beliebige Hülsenfrucht zu gewöhnen.

Einen Versuch wert, sind Feuerbohnen, weiße Bohnen, Soja- und Gartenbohnen (sind im Gartenfachhandel erhältlich). Die größeren Sorten wie Feuerbohnen sind zum Anfüttern oder als Hakenköder weniger fängig.

Die Karpfen verlieren relativ schnell das Interesse an diesen Ködern, da sie als Tellerschnecken wahrscheinlich zu groß sind.

bohne-am-hakenVon allen fängingen Sorten bringen Kichererbsen die besten Erfolge. Ausprobieren sollte man aber auch Ahornerbsen und Braune Erbsen (ähneln von der Farbe her am meisten den Tellerschnecken).

Viele Angelgeschäft verkaufen Bohnen und Erbsen, insbesondere diejenigen, die sich auf Karpfenangler spezialisiert haben. Sehr gute Einkaufsquellen sind aber auch spanische und italienisch Händler, die oft eine riesige Auswahl an Hülsenfrüchten haben. Am günstigsten sind aber wohl Samen- und Saatguthandlungen, sowie Supermärkte und Discounter.

Der Vorteil von Hülsenfrüchten als Köder, besonders auf Karpfen und Schleien, besteht darin, dass die Fische die Köder recht schnell annehmen. Vor allem an stark befischten Gewässern, an denen sehr viel mit Boilies gefischt wird, sind sie eine hervorragende Alternative, die so manchen Boilie-Angler erblassen lassen kann. Ihr einziger Nachteil besteht darin, dass es oft schwierig ist, mit ihnen über große Distanz anzufüttern.

Wer aber auf der Suche nach anderen Ködern für Karpfen und andere Fische ist, der sollte es mal mit Hülsenfrüchten probieren. Sie sind eine gute und preiswerte Alternative.

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