gift-in-gummikoedernSchon seit vielen Jahren sind die Weichgummiköder bei Anglern sehr beliebt. Angefangen hatte es mit den Jig-Schwänzen (auch Twister genannt), beim Pilkangeln vom Kutter oder eigenen Boot aus. Heute werden diese Köder ebenso häufig aber auch beim Spinnangeln, Jerken, Vertikalangeln, sowie bei anderen Angeltechniken sehr gerne eingesetzt.

Jedes Jahr verkaufen die Hersteller allein in Deutschland diese Köder "tonnenweise" und nie hat sich jemand weiter Gedanken über die Verträglichkeit des Materials gemacht - bis zum September 2012.

Im vergangen September schrieb ein Angler an die Zeitschrift Ökotest und fragte dort nach, ob diese Gummifische gesundheitsschädlich seien und wenn ja in welchem Maße.

 

Ökotest testete darauf hin Gummifische der Firma "Kopyto" im Labor. Das Ergebnis war geradezu erschreckend. giftige gummikoeder oekotest

 

Zitat aus Ökotest:
Der Gummifisch besteht zu rund 70 Prozent aus Phthalatweichmachern, die in Baby- und Kleinkinderartikeln verboten sind. Zudem hat das Labor stark erhöhte Gehalte von mehr als 1.000 Mikrogramm pro Kilogramm an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK, festgestellt. Viele Vertreter dieser Stoffegruppe sind krebserregend, einige stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen.
Zitat Ende

Damit ist klar, dass diese Köder nicht als Spielzeug in (Klein-)Kinderhände gehören, wie man es jedoch oft beobachten kann.
Auch die Aufnahme von Nahrung, während einer Angelpause mit diesen Ködern, erscheint somit als nicht angebracht, denn das Material ist auf Grund seiner Weichheit nicht sehr abriebfest. Somit bleiben auch immer Partikel des Gummis an den Fingern hängen – man braucht nach der Verwendung dieser Köder nur einmal an seinen Händen zu riechen.

Was bedeutet das nun für den Angler?
Nun sind Phthalatweichmacher zwar kaum wasserlöslich und auch bei den PAK ist eine Wasserlöslichkeit nur bedingt vorhanden aber trotzdem stellen diese Köder eine potentielle Gefahr für Gewässer und Fische dar.

Im Laufe der Jahre haben sich nicht unerhebliche Mengen dieser Köder durch Abrisse in den Gewässern angesammelt. Jeder kann sich vorstellen, dass das Material Wellengang oder Strömung nicht sehr lange stand hält und in feine Partikel zerrieben wird. Diese Partikel wiederum werden von den Fischen (und deren Beutetieren) aufgenommen und gelangen in den Verdauungstrackt, wo sie von den Verdauungssäften aufgelöst werden. Damit gelangen die Schadstoffe dann letztendlich doch in den Fischorganismus, wo sie sich im Laufe eines Fischlebens anreichern. Der Schritt vom Fisch in den menschlichen Körper ist dann nur noch klein, wenn die Fische auf dem Teller landen.

Ich möchte nun sicher niemandem vorschreiben ob er diese Köder auch weiterhin verwendet oder nicht, aber es wäre sicher nicht verkehrt, den Gedanken daran im Hinterkopf zu haben und sich hier und da zu überlegen, ob ein natürlicher Köder nicht genauso viel Erfolg bringen würde.

Eines ist sicher…hier ist die Herstellerindustrie gefragt!
Es ist eigentlich recht unverständlich, dass die Herstellung von Baby- und Kleinkinderspielzeug ohne diese giftigen Weichmacher auskommt, obwohl deren Produkte gleich weich und dabei auch noch abriebfest sind, damit die Kinder keine Materialteile verschlucken.

Es dürfte also keine großen Probleme bereiten diese Köder aus ähnlich verträglichen Materialien herzustellen, denn schließlich geht es

  1.  um die Gesundheit unserer Gewässer und
  2.  ist Fisch immer noch ein Lebensmittel.

Es wäre schön, wenn die Anglerschaft durch ihr Kaufverhalten die Hersteller zwingen würde auf derart giftige Zusätze bei der Herstellung der Gummiköder zu verzichten.

 

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