Wels-Hafenmauer Der Wels oder auch Waller (lat. Silurus glanis) gehört zu Familie der SILURIDAE, die die großen Süßwasserfische Europas und Asiens in sich vereint.

Anfang des vergangenen Jahrhunderts war die Elbe bereits für ihren guten Welsbestand bekannt. Dies änderte sich nach dem zweiten Weltkrieg und mit Beginn des „Deutschen Wirtschaftswunders“ recht schnell. Wasserverschmutzungen und Flussverbauungen ließen die Wels-Population recht schnell verschwinden und ab den 1960/70er Jahren galt die Art in der Elbe als ausgestorben.

Nach der „Wende“ 1990/91 als der Fluss wieder sauberer wurde hat man die Elbe dann mit 100.000 Jungwelsen besetzt, so dass wir heute wieder über einen recht ansehnlichen Bestand verfügen.

Trotzdem wird der Wels von Hamburger Anglern nur recht wenig

beangelt und noch weniger angeln gezielt auf Welse. Vielleicht auch deshalb, weil man eigentlich ein Boot benötigt um die urigen Riesen ausdrillen zu können. Vielleicht liegt es auch an der Größe dieser Fische, schließlich passt ein guter Wels in keinen Kescher mehr, so dass man Der Wallergriffihn mit dem „Wallergriff“ landen muss, den sich vielleicht nicht jeder Angler zutraut.

 


Der Wels
Der Wels hat einen langen mächtigen Körper mit einem flachen Kopf und einem großen, mit kleinen Bürstenzähnen bewehrten, Maul. Oberhalb der Maulwinkel entspringt ein Paar langer, gut beweglicher und mit Knorpeln verstärkte Bartfäden. Zwei weitere Paare kurzer und unbeweglicher Barteln sitzen am Kinn. Alle Barteln sind mit Sinneszellen bestückt, mit denen der Wels seine Beute auch bei trübem Wasser und bei völliger Dunkelheit aufspüren kann.
Welse werden 1-2 m lang, vereinzelt sogar bis über 3 m. Normaler Weise erreichen Sie ein Körpergewicht von 50-100 kg, können vereinzelt aber auch bis über 200 kg wiegen.

Rücken und Flanken sind oliv bis blau- oder grünlich-grau gefärbt und auf den Flanken dunkel marmoriert. Der Bauch ist cremeweiß bis grauweiß. Es sind aber auch weiße (Albinos), golden und rötlich gefärbte Exemplare bekannt.

Den Lebensraum der Welse bilden langsam fließende und stehende Gewässer wie z. B. die Unterläufe  großer Flüsse, Seen oder auch Stauseen. Sie leben mit Vorliebe am Gewässergrund, wo sie sich tagsüber unter Mauern, in Bodenlöchern oder im Wurzelgeflecht alter Bäume verstecken, Auch ein altes Ölfass oder ein Rohr nehmen sie gerne als „Wohnung“ an. In der Dämmerung verlassen sie dann ihre „Wohnung“ und gehen auf Beutezug. Ihre wichtigste Nahrungsquelle sind alle anderen Fischarten im Gewässer, hauptsächlich aber karpfenartige Fische wie Brassen, Rotaugen und Karpfen. Sie jagen aber auch junge Wasservögel, Kleinsäuger sowie Frösche und Molche. Im Winter ziehen sie sich in tiefe Stellen im Gewässer zurück, nehmen keine Nahrung mehr auf und verfallen in einen Ruhezustand.

WelszaehneDas Verbreitungsgebiet des Wels reicht von Süd- über Mitteleuropa bis zu den Zuflüssen des Kaspischen Meeres. In Skandinavien kommt er nur in Südschweden vor. Er besiedelt aber auch Buchten in der Ostsee, dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer.

Die Geschlechtsreife tritt bei den Welsen im Alter von 3-5 Jahren ein. In der Zeit von Mai bis Juni laichen die Tiere paarweise und recht stürmisch in den Abend- und Nachtstunden. Das Weibchen legt danach 7.000 bis 25.000 Eier pro kg Köpergewicht in primitive Nester die am Gewässergrund aus Pflanzenresten und Wurzelstücken gebaut werden. Das Männchen bewacht die Nester bis zum Schlüpfen der Larven. Welse können 30-40 Jahre und älter werden.

welsfiletDa sein Fleisch eine ausgezeichnete Qualität besitzt und auch in geräucherter Form als absolute Delikatesse gilt, sind in den letzten Jahren viele Zuchtbetriebe entstanden. Die Tiere werden allerdings schon recht früh geschlachtet, da ihr Fleisch bei Gewichten über 10 kg doch ziemlich fettig wird.

 

Angelmethoden und Gerät für den Welsfang
Da der Wels ein Grundfisch ist, setzen die meisten Welsangler die Grundangel ein. Man kann es aber auch durchaus mit einer entsprechend schweren Posenmontage versuchen, die z. B. in den Kehrströmungen von Buhnenfeldern durchaus ihren Vorteil haben kann.

Weiterhin kann man auch beim Spinnfischen Erfolg haben. Allerdings gilt es den Köder möglichst tief zu führen. Beim Spinnfischen auf Wels greift man am besten zu einem großen Gummifisch mit entsprechend großem Haken und einem entsprechendem Bleikopf. Vor allem wenn man in fließendem Wasser angelt sollte der Bleikopf lieber etwas schwerer als zu leicht gewählt werden.

RutenbiegungBei der Angelausrüstung muss man schon auf die etwas schwereren Kaliber zurückgreifen. Aufgrund seines Gewichts und seiner Kraft ist der Wels ein Gegner, dem leichtes Angelgerät nichts entgegen zu setzen hat. Vor allem wenn man im Tidebereich z. B. der Elbe angelt und die Fluchten des Fischs noch durch ablaufendes Wasser unterstützt werden.

Welsruten sind meist um die 2,80-3,0m lang und hoch belastbar. Da mit ihnen auch oft große Köder ausgeworfen werden, liegt das Wurfgewicht dieser Ruten zwischen 300g und 600g.

Die Rolle sollte über ein großes Schnurfassungsvermögen sowie eine fein justierbare Bremse verfügen. Viele Welsangler verwenden deshalb gerne Multirollen. Darüber hinaus hat man mit einer Multirolle auch einen wesentlich besseren Kontakt zum Fisch, weil die Schnur bei diesen Rollen in einer Linie vom Fisch bis zum Angler verläuft. Es gibt keine Umlenkpunkte wie z. B. am Schnurfangbügel der Stationärrolle. Allerdings ist die Multirolle kein Muss, man kann Welse auch mit einer Stationärrolle besiegen.

Besonderes Augenmerk sollte der Angelschnur gelten. Große Tragkräfte sind unvermeidlich, egal ob man geflochtene oder monofile Schnur verwendet.

Geflochtene Schnüre sind wegen der möglichen geringen Durchmesser vor allem bei starker Strömung eine gute Wahl. Für Uferangler können sie aber zu einem Problem werden, da sie über keine Dehnung verfügen. Dadurch liegt die Arbeit des Abfederns von Fluchten allein bei der Rute. Das kann zum einen sehr ermüdend auf die Arme des Anglers wirken und zum anderen unter Umständen auch zum Rutenbruch führen. Daher würde ich zum Wallerangeln vom Ufer aus eine dehnfähige monofile Schnur empfehlen, denn dadurch verteil sich die Abfederungsarbeit auf Rute und Schnur. Allerdings ist das wegen des größeren Durchmessers monofiler Schnüre (bei gleicher Tragkraft), beim Angeln in strömenden Gewässern, nur auf verhältnismäßig kurze Distanzen möglich.

Beim Angeln von Boot aus kann man beide Schnurarten verwenden, da man dem Fisch ja mit dem Boot folgen kann.

 

Welsköder
WelskoederDa der Wels ein Raubfisch ist, kommen meist Köderfische zum Einsatz. Über die Größe der „Köfis“ gehen die Meinungen auseinander. Während einige Welsangler meinen, dass kleine Köderfische den Wels ebenso anlocken wie große, setzen andere Spezis ausschließlich auf große Köderfische. So kann es durchaus vorkommen, dass auch mal ein Karpfen als Köderfisch dient.

Aber es muss nicht immer ein großer schwerer Köderfisch sein. Wer auf größere Entfernungen fischen muss, kann durchaus auch Fischfetzen verwenden, mit denen sich weiter werfen lässt. Allerdings sollte man hier dann den Köder öfters erneuern, weil die Fetzen recht schnell auslaugen und dann keinen Duft mehr abgeben.

Auch so richtig dicke Bündel aus Tauwürmern sind ein Köder, den kaum ein Wels verachten wird. Sehr erfolgreich ist hierbei die Kombination aus lebenden Tauwürmern und Tauwurmstücken in einem Gazebeutel oder einen Stück Perlonstrumpf, den man ganz unten in den Hakenbogen hängt. Während die auf den Haken aufgefädelten ganzen Würmer für die nötige Bewegung sorgen, verbreiten die Wurmstücke im Beutel eine unwiderstehliche Duftspur, die den Wels zum Haken lockt.

 

Wo kann man in Hamburg Welse fangen?
Welse lieben unreinen Grund mit unterspülten Ufern, Rohren, Unterwasserwurzeln, oder auch am Grund liegendem Schrott. Alle Gewässer oder Gewässerabschnitte die dem Wels genügend Unterschlupfmöglichkeiten und ein reiches Nahrungsangebot bieten sind ideal.

In Hamburg sind das natürlich in erster Linie die Hafenbereiche. Hier gibt es tiefes Wasser, mit ausreichend Sauerstoff und einem breiten Nahrungsspektrum. Darüber hinaus liegt hier auch alles Mögliche im Wasser, was ihm als Versteck dienen kann.

Untere-BilleAuch die untere Bille im Bereich Billbrook, Tiefstack und Hammerbrook ist für Welse geradezu prädestiniert. Hier wurden in den vergangen Jahren auch bereits stattliche Exemplare gefangen.

 

Grundmontagen für das Angeln auf Wels (zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken, Grafiken: Copyright Andreas Glock, www.elbetreff.de )

Grundmontage für KöderfischGrundmontage für Tauwürmer 

 

 

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