bodenbleie-in-der-handDas Bodenbleifischen ist in den 90er Jahren vom Futterkorb verdrängt worden. Dennoch ist das Bodenblei 
dem Futterkorb und der Pose oft überlegen. 
 
Vor 40-50 Jahren wurde das Bodenbleifischen – Neu-Deutsch auch Legering genannt – noch als grobe Angelei angesehen. Nach dem Motto „Hau rein, irgendetwas beißt schon“, wurden Aale mit dicken Schnüren, ultrasteifen Ruten und großen Haken gefangen. Man fischte mit Sargblei und Aal-Glöckchen.
 
Das änderte sich mit der Erfindung der Arlesey-Bombe, der Schwingspitze (Swingtip) und der

„Donkey Top“ (dem Vorläufer der Bibberspitze). In den 50er und 60er Jahren entdeckten Angler wie Dick Walker und Ivan Marks, wie man mit ausgeklügelten Bodenbleimethoden Erfolg haben kann. Heute ist Bodenbleifischen die populärste Technik, um kapitale Fische zu fangen. Es gibt viele Spezialruten, - montagen und Bissanzeiger. 
 
Zwar ist das Bodenblei – außer beim Karpfen- und Aalfischen – weitgehend vom Futterkorb verdrängt worden,aber trotzdem ist es in vielen Fällen erfolgreicher als Futterkorb oder Pose. 
 
Einsatz des Bodenbleis
Im Normalfall werden das Bodenblei oder der Futterkorb dann eingesetzt, wenn man mit der Posenangel den Standort der Fische nicht mehr erreichen kann, oder wenn man einen Köder mit der Posenangelei nicht fest auf dem Grund präsentieren kann.

 

Der Vorteil des Bodenbleis gegenüber dem Futterkorb ist, dass man mehrere Stellen befischen kann, ohne immer neu anzufüttern. Man muss auch nicht, wie mit dem Futterkorb, immer neu Auswerfen, wenn man anfüttern will. 

Kanäle:
Die meisten Kanäle sind zu flach, um einen Futterkorb einzusetzen: Der Futterkorb verjagt die Fische beim auftreffen auf das Wasser. Da Bodenblei ist auch deshalb nicht die beste Wahl im Kanal, weil man die Angelplätze meist mit der langen Kopfrute erreicht. Wer an Kanälen  entfernte Ufer befischen will, oder bei starkem Wind nicht mit der Wagglerpose angeln kann, greift  zum Bodenblei.

Stehende und leicht fließende Gewässer :
Das Bodenblei ist immer erfolgreicher in flachen, stehenden und langsam fließenden Gewässern, weil die Fische durch schwere Futterkörbe verjagt werden. Egal wie tief das Wasser ist, das Bodenblei ist meist die bessere Wahl, weil es sich selbst bei stürmischem Wetter sehr akkurat werfen läßt.

Wer mit Grundfutter anfüttern will, nimmt ein Katapult und füllt es mit Grundfutterbällchen, die ungefähr die Größe von Golfbällen haben. Versuchen Sie mit den Bällen eine
4-5 m² große Fläche zu treffen. Dort muss  sich auch das Bodenblei befinden. Dazu sucht man sich beim Werfen Zielpunkte am anderen Ufer,  einen Baum, oder ein Haus. Bevor man die Futterbälle verschießt, taucht man sie ins Wasser. Das  gibt ihnen eine Haut, die verhindert, dass sie im Flug auseinanderbrechen. Sollte der erste Ball 
trotzdem auseinanderbrechen, kann das daran liegen, dass er zu trocken oder zu nass gemischt war, oder dass er zu viele Maden oder andere Beimischungen enthielt.

Schnell fließende Gewässer 
Wer mit Maden am Bodenblei fischt und gleichzeitig lose Maden anfüttert, kann in schnellen Gewässern, speziell nach Frost oder wenn das Wasser im Winter klar ist, sehr erfolgreich sein. Unter diesen Bedingungen nehmen die Fische viele Anfüttermaden, aber keinen Köder, der nicht am Boden verankert ist. In Flüssen, die stark getrübt sind oder Hochwasser führen, beißen oft nur Barben und Döbel. Dann sollte man nur große Köder, Tauwurm oder Frühstücksfleisch an starker Rute mit dem Bodenblei verwenden.

eingeschraubte-schwingspitzeBodenbleiruten 
Es gibt Ruten, die neben dem Bodenblei auch andere Angelbereiche abdecken. Sie sind 2,70 m bis 3,00 m lang, haben einen Endring mit Gewinde. In dieses Gewinde können Schwing- oder Zitterspitzen eingeschraubt werden. Manche haben eine extra Spitze, in die eine Zitterspitze eingespließt ist.

In den vergangenen Jahren ging der Trend zu einer Reihe von Bodenblei- /Futterkorb-Ruten in verschiedenen Längen und mit unterschiedlichen Aktionen – jede Rute mit anderen Zitterspitzen. Unterschiedliche Ruten werden z. B: gebraucht für verschiedene Bodenbleie und Fütterkörbe. Je schwerer das Gewicht, desto schwerer auch die Rute. Für verschiedene Wurfdistanzen werden unterschiedliche Ruten gebraucht. Je größer die Wurfentfernung, desto länger die Rute. Außerdem werden verschiedene Zitterspitzen (Quiver Tipps) gebraucht, um die Bisse in stehenden und fließenden Gewässern zu erkennen.

SchlaufenknotenDie weichen (normaler Weise aus Glasfiber) werden bei sehr scheuen Fischen und in stehenden Gewässern eingesetzt, steife Zitterspitzen (aus Karbon) in schnell fließenden Gewässern. Zitterspitzen die eingesteckt werden, sind besser als solche, die man einschraubt. Mit Zitterspitzen kann man besser werfen und drillen. Für Schwingspitzen braucht man beim Wurf mehr Erfahrung, weil sie dazu neigen, sich um die Rutenspitze zu wickeln.

Es gibt Angler, die davon überzeugt sind, dass die Schwingspitze auch der leichtesten Zitterspitze  überlegen ist, wenn man auf sehr scheue Fische, wie Rotaugen, Brassen und Schleien fischt; denn  Schwingspitzen setzen dem beißenden Fisch weniger Widerstand entgegen als die Zitterspitze. 

Die Wahl der Rute
Wer an vielen verschiedenen Gewässern fischt, braucht eine große Auswahl an Bodenblei- bzw. Futterkorbruten.

 

paternostervorfachLeichte Aktion:
Für Entfernungen bis zu 40 m in stehenden und langsam fließenden Gewässern, für schmale, schnelle Flüsse und geringe Entfernungen an schnellen Flüssen reicht eine 2,70 m – 3,30 m Rute mit einer leichten Aktion, die einige einschiebbare Zitterspitzen hat.

Diese Rute entspricht in ihrer Aktion der traditionellen Grundrute. Sie deckt alle Bereiche ab, wo mit auf dem Grund verankerten Ködern gefischt wird. Mit dieser Rute werden Hauptschnüre von 0,9 – 1,4 kg Tragkraft gefischt. Dazu passen Vorfächer von 0,3 – 0,9 kg Tragkraft und Bodenbleie oder Futterkörbe bis zu 21 g.

 

Mittlere Aktion:
Für Distanzen von 40 – 60 m in langsam fließenden Flüssen oder stehenden Gewässern und für mittlere, schnelle Flüsse brauchen Sie eine 3,30 – 3,60 m lange Rute von einer mittleren Aktion, die wieder eine Reihe von einschiebbaren Spitzen hat.
Man braucht diese lange Rute, um auf die größere Distanz sicher anschlagen zu können und auch, um möglichst viel Schnur aus dem schnell fließenden Wasser zu halten.
Mit dieser Rute werden Hauptschnüre von 1,4 – 1,8 kg Tragkraft, Vorfächer von 0,45 – 1,4 kg Tragkraft und Bodenbleie und Futterkörbe von 14 - 43 g gefischt.

 

Schwere Aktion:
Für breite, schnelle Flüsse brauchen Sie eine Rute von 3,30 – 3,60 m Länge mit einer kräftigen Aktion. Normalerweise haben diese Ruten zwei verschiedene Spitzen. Die steife Zitterspitze ist eingespließt.
Die weichere Spitze ist aus Kohlefaser oder Glasfasergewebe. Mit dieser Rute werden Hauptschnüre von 2,7 kg Tragkraft gefischt, Vorfächer von 0,9 – 1,8 kg und Bodenbleie und Futterkörbe von 28 – 85 g.  Bei diesem schweren Gerät haken die Fische sich meist selbst gegen das Bodenblei oder den Futterkorb.

 

Arlesey-BombenArlesey-Bomben
Im normalen Bodenbleiangeln ist die Arlesey- Bombe unschlagbar. Ein englischer Angler namens letzten Jahrhunderts erfunden. Mit diesem stromlinienförmigen Blei kann man weit werfen und es verheddert sich nur selten in der Schnur. Alle modernen Bodenbleie von heute sind Variationen der Arlesey-Bombe.

Früher verwendeten Boddenbleiangler gelochte Bleikugeln und die altbekannten Sargbleie. Diese beiden Bleie sind unbeliebt geworden, weil sie nicht stromlinienförmig sind, leicht die Schnur verheddern und dem beißenden Fisch einen sehr großen Widerstand entgegensetzen.

Die Montagen 
Einfache Montagen vermeiden Schnursalat! 
Die beiden gängigen sind Paternoster und Laufblei. Paternoster sind besser für scheu beißende Fische in stehenden und langsamen Gewässern, da diese Montage dem Fische nur wenig Widerstand entgegensetzt. 
Laufbleie eignen sich für Fische, die nach dem Biss viel Schnur nehmen, z. B. Barben und Döbel in schnellen Gewässern. 

Paternoster:  Knoten Sie ein 15-20 cm langes Stück Schnur (die Seitenschnur zum Blei) etwa 90 cm oberhalb des Endes der Hauptschnur mit einem Schlaufenknoten ein. Am Ende der Hauptschnur eine Schlaufe binden. In diese  Schlaufe das Vorfach einschlaufen. An das Ende des Seitenarms einen Karabinerwirbel binden. Daran Bodenblei oder Futterkorb einhängen.    Das Schnurstück zwischen Seitenarm und Vorfach kann verlängert oder verkürzt werden, um es dem Beißverhalten der Fische anzupassen. Je scheuer die Bisse, desto größer muss der Abstand zwischen Blei und Haken sein. 

Laufbleimontage
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ädeln Sie eine Laufperle, an der ein Karabinerhaken hängt, auf die Hauptschnur. Danach kommt ein „Ledger Stop“ auf die Schnur. Am Ende der Hauptschnur eine Schlaufe binden, in die das Vorfach eingebunden wird.
Das Laufblei am Karabiner befestigen. Mit dem Ledger Stop die Vorfachlänge variieren. Als Alternative zum Ledger Stop können Sie auch ein kleines Bleischrot auf die Schnur klemmen.

 

Die Rutenposition
Ist die Rute rechtwinklig zur Schnur ausgerichtet, werden die Bisse am besten angezeigt. In schnellen Flüssen muss man viel Schnur aus dem Wasser halten. Man wirft stromab und positioniert die Rute auf einem Halter, so dass die Spitze im Winkel von 45° nach oben zeigt.
In langsamen Gewässern sollte sie Spitze windgeschützt sein, damit man die Bisse leicht sieht. Den Rutenhalter so aufstellen, dass die Rute parallel zum Ufer abgelegt werden kann.

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